Der Pfau - Isabel Bogdan

23. Februar 2016 |

Wieder beginnt eine Rezension damit, dass ich keine Ahnung habe wer die Autorin des Buches überhaupt ist. Gut, jetzt weiß ich es, aber vor ein paar Wochen, als ich zum ersten Mal ihren Namen irgendwo im Internet gelesen habe, wusste ich es noch nicht. Dank Twitter bzw. den Leute auf Twitter und deren Begeisterung für "Ein untadeliger Mann" (der erste Band der Old Filth-Trilogie von Jane Gardam) den Isabel Bogdan übersetzt hat, wurde meine Neugier geweckt.


Nicht auf das Buch, aber auf Isabel Bogdan. Schnell habe ich ihren Blog gefunden und dort ebenso schnell erfahren, dass ihr erster "eigener" (irgendwie habe ich die romantische Vorstellung, dass Übersetzer, bei ihrer Arbeit auch immer eine eigene Note mit einbringen, um das Buch richtig gut zu machen. Wie Musiker das bei die Covern von Liedern anderer Musiker machen, und die Nummer so zu ihrer eigenen machen.) Roman bald erscheint. Ich hab mich dann ein bisschen durch besagten Blog gewühlt, und mir die Beiträge durchgelesen, die Frau Bogdan während des Entstehungsprozesses eben jenes Romans, geschrieben hat. Die waren mir gleich so sympathisch, dass ich mir eine Karte zu einer Lesung mit ihr gekauft habe, ohne den Roman zu kennen.

Nun ist der Roman erschienen, er heißt "Der Pfau" und vorne ist ein Pfau drauf und in dem Roman geht es auch um einen Pfau. Ein Pfau der am Rad dreht (höhöhö) und urplötzlich anfängt, alles was blau ist und glänzt zu attackieren. Und anscheinend, hat sich die Sache mit dem Pfau wirklich so zugetragen!
Wie abgedreht klingt das bitte? Genau mein Fall. Ich liebe absurde und schräge Geschichten, und ich kann sagen, der Pfau hat mich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Müsste ich das Buch in einem Wort zusammenfassen, dann wäre es schrullig. 

Nun, man muss wohl anmerken, dass einem hier keine große oder gar epische Geschichte geboten wird, im Gegenteil, die Story ist recht überschaubar und viel mehr steht der Humor in Vordergrund. Ähnlich wie bei Deadpool, gut in "Der Pfau" wird man jetzt nicht einem solchen Gag-Feuerwerk begossen, aber das Buch ist doch sehr humorig und hat mich des Öfteren zum Schmunzeln und Gackern gebracht.

Die beiden Punkte, die mich jedoch gestört haben, waren auf der einen Seite, das die Dialoge alle in der indirekten Rede wiedergegeben wurden und, dass wirklich sehr viel, sehr ausführlich beschrieben wird. Ausführlicher als es für meinen Geschmack hätte sein müssen. Durch diese Kombination kommt das Buch stellenweise etwas dröge daher. Ich glaube, wenn man die Beschreibungen ein bisschen runtergedreht und die Dialoge in die wörtliche Rede gesetzt hätte, wäre das Buch etwas, nun ja, schwungvoller, wenn ich das jetzt mal so nennen darf.

Ansonsten hat mir der Roman wirklich sehr gut gefallen, die Figuren waren allesamt recht sympathisch, die einen mehr, die anderen weniger, die Geschichte nimmt zum Ende hin eine sehr überraschenden Wendung und der ironische Ton, den Isabel Bogdan anschlägt, macht die Lektüre zu einem echten Vergnügen.

In anderen Rezensionen habe ich Vergleiche zu Autorinnen wie Cecelia Ahern oder Filmen wie "Love Actually" gelesen, die kann ich alle nicht bestätigen, ich würde sie sogar verneinen. Das Buch erinnert eher, an die Tamara Drewe Comic Strips (und den gleichnamigen Film) von Posy Simmonds.
Auch habe ich gelesen, auf Facebook oder so, dass der Roman gut und gerne zwanzig Seiten kürzer sein könnte.... NEIN! Mal davon abgesehen, dass ich sowieso nicht so recht raffe woher plötzlich dieser Wahn von Autoren kommt, keine Romane mehr jenseits der 300 Seiten zu schreiben, hätte dieser Roman eher noch zwanzig Seiten länger sein können, von mir aus auch ein bisschen mehr.

Natürlich darf die großartige Gestaltung nicht unerwähnt bleiben, das Cover ist nämlich echt ein Träumchen! Sehr, sehr schick. Keine Ahnung mit war für einer Art von Folie auf der Pfau auf dem Cover überzogen wurde, aber ich bin irgendwie besessen davon!

Abschließend würde ich sagen, dass "Der Pfau" ein flottes kleines (vom Umfang, als auch vom Format her) sehr amüsantes Debüt mit viel Herz und Charme ist, das bis auf ein, zwei kleine Schwächen (aber die hat ja jeder), durchaus zu überzeugen und begeistern weiß. Ich für meinen Teil werde Isabel Bogdan auf jeden Fall im Auge behalten, vielleicht nicht als Übersetzerin, aber definitiv als Autorin.






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